Für wen dieser Leitfaden gedacht ist: Für Brand- und Marketing-Teams, die einen ersten Piloten mit Spherical Brand AI starten wollen und dafür bestehendes Markenmaterial als Ausgangspunkt nutzen möchten — kein technisches Vorwissen nötig.
Sie müssen nicht bei null anfangen. Die meisten Unternehmen verfügen bereits über Markenmaterial — Guidelines, Kampagnen, Freigabe-Erfahrung —, das nur noch strukturiert und in maschinenlesbare Form gebracht werden muss. Dieser Leitfaden zeigt, wie ein Pilotteam aus vorhandenem Markenwissen in zwei Wochen einen ersten funktionsfähigen Brand Core Prompt entwickelt.
Bevor Sie starten: Was Sie brauchen
Sie brauchen keine perfekte Markendokumentation. Ausreichend sind: die aktuellen Brand Guidelines (auch wenn sie unvollständig oder veraltet sind), 5–10 Beispiele für kürzlich freigegebene und abgelehnte Assets oder Texte, sowie ein bis zwei Personen aus dem Brand-Team, die Freigabeentscheidungen erklären können, auch wenn diese nirgends schriftlich festgehalten sind.
Woche 1: Sichten und diagnostizieren
Tag 1–2: Markenmaterial zusammenführen
Sammeln Sie alle vorhandenen Markendokumente an einem Ort — Guidelines, Tonalitäts-Beispiele, Zielgruppenbeschreibungen, aktuelle Kampagnen-Assets. Vollständigkeit ist zu diesem Zeitpunkt weniger wichtig als Ehrlichkeit: Notieren Sie auch, wo Wissen nur mündlich oder in Köpfen einzelner Personen existiert.
Tag 3–4: Spherical Brand Due Diligence durchführen
Auf Basis des gesammelten Materials wird die Marke entlang der neun Dimensionen des Spherical Brands Framework® geprüft. Das Ergebnis ist keine Bewertungsnote, sondern eine konkrete Liste: Was ist klar genug, um sofort in Regeln übersetzt zu werden — und wo braucht es vorher noch eine strategische Entscheidung?
Tag 5: Lücken priorisieren
Nicht jede Lücke muss vor dem Piloten geschlossen werden. Priorisieren Sie die drei bis fünf Punkte, die für die erste Testphase am wichtigsten sind — meist Tonalität, No-Go-Themen und die wichtigsten Zielgruppen-Unterscheidungen.
Woche 2: Übersetzen und testen
Tag 6–8: Ersten Brand Core Prompt entwerfen
Aus den priorisierten Erkenntnissen entsteht die erste Version des Brand Core Prompt: Markenpersönlichkeit und Tonalität, Guardrails für Sprache und Aussagen sowie konkrete Beispiele für richtiges und falsches markenkonformes Verhalten — jeweils so formuliert, dass ein KI-System sie eindeutig anwenden kann.
Tag 9–10: Mit echten Anwendungsfällen testen
Lassen Sie den Brand Core Prompt an drei bis fünf realistischen Beispielen laufen — etwa einem Social-Media-Text, einer Produktbeschreibung, einer Kundenanfrage. Prüfen Sie die Ergebnisse gemeinsam mit dem Brand-Team: Wo trifft das System die richtige Entscheidung, wo nicht?
Tag 11–12: Nachschärfen
Die Fehlerfälle aus dem Test sind die wertvollste Information dieser Woche. Jede falsch beantwortete Anfrage zeigt eine Stelle, an der die Entscheidungslogik noch zu vage oder widersprüchlich ist — und wird direkt in den Brand Core Prompt eingearbeitet.
Tag 13–14: Freigabe und nächste Schritte
Das Pilotteam stimmt die erste stabile Version des Brand Core Prompt final ab. Ab hier wird er versioniert weitergeführt und wächst mit jeder weiteren Anwendung — Governance-Prozesse für laufende Freigaben kommen im nächsten Schritt hinzu.
Was nach den zwei Wochen realistisch ist
Nach zwei Wochen haben Sie einen funktionsfähigen, aber noch jungen Brand Core Prompt — ausreichend für einen begrenzten Pilotbereich, nicht für den vollständigen Rollout über alle Kanäle. Das ist beabsichtigt: Ein Brand Core Prompt wird durch Anwendung präziser, nicht durch einmalige Perfektionierung im Vorfeld.
